Vom Twitter-Enthusiasten zum Twitter-Profi
Inspiriert von Beth Kanters Buch The Networked Nonprofit (Rezension am Freitag hier) haben wir uns im betterplace lab eine Reihe von Social Media Experimenten ausgedacht, an denen wir Sie gerne teilnehmen lassen wollen. Im monatlichen Wechsel werden wir einige soziale Netzwerke besonders intensiv bespielen und verfolgen wie sie wirken: ob über facebook, unseren Team-internen Newsletter oder – ab heute – über twitter.
Wir fangen nicht bei Null an – Ich persönlich nutze Twitter seit Januar 2009 unter @Joanabp. Und das betterplace lab twittert seit seinem Launch im Juli dieses Jahres. Bislang sind wir aber ziemliche Laien, d.h. ich tweete und folge intuitiv statt strategisch. Das soll sich ab heute ändern! Und da wir herausfinden wollen, was so eine echte Social Media Strategie einer Non-Profit-Organisation (NPO) bringt, messen wir unsere Erfolge und Niederlagen.
Damit unser Experiment auch für diejenigen Leser, die twitter noch nicht nutzen, dies aber gerne würden, etwas bringt, hier ein paar Tipps:
Was ist twitter?
Twitter ist ein Mikroblogging-Service, der dazu dient Netzwerke aufzubauen und Beziehungen zu Menschen und Organisationen zu pflegen, die an ähnlichen Themen wie Sie interessiert sind. Über twitter habe ich eine Fülle von spannenden Informationen und produktiven Kontakten erhalten. Deshalb bin ich ein echter Fan und einer von über 200.000 twitter-Nutzern in Deutschland. Weltweit sind 105 Millionen Nutzer registriert (Stand April 2010).
Wie präsentiere ich mich am besten?
Wählen Sie einen leicht verständlichen Nutzernamen. NPOs sollten den Namen ihrer Organisation verwenden. So heißen wir „betterplacelab“ (Leerzeichen sind nicht erlaubt). Als Foto haben wir unser Logo hochgeladen. Social Media Experten zufolge ist es wichtig, eine Persönlichkeit zu zeigen, deshalb steht in unserem Profil nicht in binsum veritas: „Hier twittert das betterplace lab – Wir erforschen digitale Medien für den sozialen Sektor“, usw. Spritziger (auch optisch durch Sonderzeichen) ist: „Joana Breidenbach | Gründerin des betterplace lab | Dr. Anthropologin | unter Strom! || Dennis Buchmann | Kreativschreibkopf im lab | trocken | rothaarig¶“.
Wer folgt wem?
Dann heißt es: Netzwerk aufbauen! Wir vom lab möchten uns mit Menschen verbinden, die ebenfalls an der Schnittstelle digital/sozial, Entwicklungshilfe, Philanthropie, Fundraising und Social Media interessiert sind. Bislang habe ich mir interessante Kontakte relativ willkürlich zusammengesucht, über den Reiter „Leute finden“. Oder ich habe Empfehlungen anderer twitter-Nutzer genutzt. So „folgen“ wir bislang 97 Menschen, das heißt, wir haben deren Nachrichten – „tweets“ – abonniert. Uns folgen bislang 75 Nutzer.
Doch wie können wir unser Netzwerk professioneller aufbauen? Hierzu habe ich unser bestehendes Netzwerk von Followern und Gefolgten in Form einer Mind Map visualisiert und überlegt, welche anderen Organisationen und Einzelpersonen wir strategisch über Twitter noch einbeziehen wollen. Aus meiner @Joanabp-Twitterei weiß ich, dass es besser ist, nicht zu vielen Menschen zu folgen, da man ansonsten in einem Wust von Mitteilungen erstickt. Vielmehr lohnt es sich relevante Meinungsmacher zu identifizieren, die selbst wiederum größere Netzwerke haben.
Wie finden Sie relevante twitter-Kontakte und etablieren ein Netzwerk?
+ Suchen Sie direkt nach Ihnen bekannten Namen über den Reiter „Leute finden“
+ Folgen Sie den Empfehlungen „who to follow“ auf Ihrer Startseite. Dort findet sich eine Vorauswahl von Nutzern, die ähnliche Profile haben.
+ Starten Sie eine Suche nach relevanten Schlagwörtern, z.B. „Online Fundraising“, „Walfang“ oder „Menschenrechte“ und finden darüber interessante Nutzer.
+ Folgen Sie (manchen) von denen, die Ihnen folgen. Sie werden feststellen, dass ihnen von Anfang an Leute auf twitter folgen werden. Schauen Sie sich die Profile ihrer Follower an und folgen Sie Ihnen, falls sie für ihr Netzwerk relevant sind.
+ Werden Sie selbst aktiv, indem Sie Menschen einander vorstellen, bzw. Ihre Follower auf Menschen in ihrem Netzwerk hinweisen.
In den nächsten Tagen werde ich das Twitter-Netzwerk des betterplace lab systematisch erweitern und gucken, wie sich dies auf unsere Reichweite auswirkt.
Demnächst in diesem Blog (Hier per RSS abonnieren): Was ist ein guter Tweet? Wie kann ich Twitter ohne Überstunden in meinen Arbeitsalltag integrieren? Und „Wie messe ich meinen Erfolg?“